CleanSmoke Coalition stellt sich gegen das Verbot von Raucharomen
EU bedroht die Existenz einer ganzen Branche
Es läuft gerade nicht gut. Deutschland wird 2024 mit seiner Wirtschaftsleistung weltweit zu den schwächsten Ländern gehören. Aber auch für Europa gibt es derzeit nur wenig Anlass für Optimismus – zu wenige Innovationen, zu viele Regularien. Und ausgerechnet jetzt drohen die Bürokraten der Europäische Union (EU) einem ganzen Wirtschaftszweig mit dem Kollaps.
Bei ihrem Risk Assessment hat die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) in einer Einzelstoff-Analyse komplexer Primärrauchprodukte (Raucharomen) zwei Stoffe gefunden, von denen ein genotoxisches Gefährdungspotential ausgehen kann. Beide Stoffe sind allerdings weder im aufgereinigten CleanSmoke Rauch, noch in der damit beschickten Räucherkammer oder auf den mit CleanSmoke geräucherten Lebensmitteln nachgewiesen. Damit vergleicht die Behörde „Äpfel mit Birnen“.
Nicht-Verlängerung: ökologische, gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden
Trotzdem strebt die EU-Kommission durch die DG Santé mit ihrem zur Abstimmung durch die europäischen Nationalstaaten vorgelegten Risk Management eine generelle Nicht-Verlängerung der Raucharomen an.
Und hier sprechen wir nicht nur von solchen, die als Gewürze eingesetzt werden. Betroffen wäre davon auch ein nachhaltiges Räucherverfahren, das seit 30 Jahren im europäischen Markte angewendet wird. Es verwendet vorgereinigten Rauch und ist damit besser für den Menschen und die Umwelt. Die Räucherprodukte sind von Asche, Teer und polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffen (PAKs) befreit. Der umweltschonend wiedererzeugte Rauch schont außerdem Ressourcen und enthält keinen Feinstaub – ein echter CleanSmoke. Das sind nicht zuletzt für Schweden gute Gründe, bei denen heute mehr als 80 Prozent der Räucherprodukte mit diesem Verfahren hergestellt werden. Auch deutsche Lebensmittelhersteller übernehmen Verantwortung und räuchern bereits ein Fünftel der Räucherprodukte auf diese Weise.
Beschlussvorlage: Abbruch des Risikomanagements ohne Ergebnisse
Am 24. April 2024 wird in der Sitzung der SCoPAFF (Standing Committee on Plants, Animals, Food and Feed) über die Nicht-Verlängerung der Raucharoma Zulassungen abgestimmt. Die Beschlussvorlage sieht vor, dass ab dem 1. Juli 2024 die Raucharomaprimärprodukte in der EU verboten werden. Für Milchprodukte, Fleisch und Fisch soll eine Übergangsfrist von 5 Jahren bis zum 1. Juli 2029 gelten. Für alle anderen Lebensmittelkategorien soll eine Übergangsfrist von 2 Jahren bis zum 1. Juli 2026 gelten. Unter anderem greift diese Beschlussvorlage auch mit Blick auf die wachsende Bedeutung pflanzlicher Fleischsubstitute zu kurz – obwohl die EFSA in ihrem Risk Assessment inzwischen zur „Berücksichtigung von Nachhaltigkeit“ verpflichtet ist, bleiben solche häufig geräucherten Produkte unberücksichtigt – und damit ab 1. Juli 2026 verboten.
Lebensmittelwirtschaft: Risk Management qualifiziert fortsetzen
Mit dieser Beschlussvorlage wird von der EU-Kommission angestrebt, den Prozess des Risk Assessments und des Risk Managements abzuschließen. Hiermit kann die europäische Ernährungswirtschaft nicht zufrieden sein. Vielmehr sollten aufgrund der neuen Sachlage, die sich durch das bisherige Risk Assessment der EFSA ergeben hat, weitere wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt werden, um im Risk Management qualifiziert die Risiken für Verbraucher und Umwelt abschätzen zu können. Mit Unterstützung durch die CleanSmoke Coalition sind die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, gegen die Beschlussvorlage in dieser Form zu stimmen und die EU-Kommission zu verpflichten, die Arbeiten für ein wissenschaftlich fundiertes Risk Assessment und ein qualifiziertes Risk Management, bei dem alle Aspekte berücksichtigt werden, wieder aufzunehmen.
Vergleichende Untersuchung: konventionelles vs. zeitgemäßes Räuchern
Die CleanSmoke Coalition fordert – mit europaweiter Unterstützung aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und NGOs – die DG Santé auf, eine angestrebte Nichtverlängerung nicht auf den unzulässigen Vergleich von Substanzen (Raucharomen) und Prozessen (Räuchern) zu stützen. Angesichts von Green Deal, Zero Industry Act und Auszeichnung des CleanSmoke Räucherprozesses als „Best Available Technique“ durch das EU-eigene Joint Research Center (JRC) scheint es mit aufschiebender Wirkung geboten, die EFSA zu beauftragen, konventionelle und zeitgemäße Räucherprozesse in ihren Auswirkungen auf Natur, Mensch und Produkt vergleichend zu untersuchen.
CleanSmoke Coalition: Europaweite Kontakte und Informationsaustausch
Angesichts eines unzureichenden Risk Assessments und Risk Managements wird ein Raucharomenverbot durch die EU-Kommission nicht Gesundheitsschutz und Lebensmittelsicherheit fördern, sondern das Gegenteil erreichen. In einer umfangreichen Informationskampagne und mit der Studie „Nichtnachweis genotoxischer Gefährdungstoffe in einem produkt- und umweltfreundlichen Räucherprozess“ hat die CleanSmoke Coalition EU- und nationale Parlamentarier in den zuständigen Ministerien und Ausschüssen, europäische und nationale Lebensmittelhersteller, deren Verbände und NGOs über den ökologischen und wirtschaftlichen Schaden einer Nichtverlängerung mobilisiert.
Breites Aktionsbündnis: Mit CleanSmoke für Verbraucher- und Klimaschutz
Exemplarische Beispiele für die Arbeit der CleanSmoke Coalition sind der Brief der schwedischen Regierung an Stella Kyriakidis, EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Oder die Eingabe des BÖLW an das Deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. In Schweden werden mehr als 80% aller geräucherten Lebensmittel bereits im CleanSmoke Räucherprozess verarbeitet. Mit Unterstützung des BÖLW als Spitzenverband der ökologischen Lebensmittelwirtschaft hat die CleanSmoke Organic Campaign im Namen der CleanSmoke Coalition in europäischen Schlüsselmärkten nationale Bio-Anbau-Organisationen als engagierte Fürsprecher des produkt- und umweltfreundlichen Räucherprozesses gewonnen.
Konsequent für eine nachhaltigerer Fleisch- und Fischverarbeitung
Im Sinne des Green Deals der EU und dem von ihrer gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) veröffentlichte Dokument zu den „Besten Verfügbaren Techniken“ gehen mittlerweile tausende europäischer Firmen diesen innovativen Weg. Sie haben sich konsequent für eine nachhaltigere Fleisch- und Fischverarbeitung entschieden. Bei einem Verbot von Raucharomen stände damit deren wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel – vom kleinen Handwerksbetrieb über mittelständische Unternehmen bis hin zu Großkonzernen. Allein in Deutschland wären von einem Verbot mehr als tausend Firmen vom Aus bedroht. Das Land ist durch Esskultur und aufgrund von Tradition im Bereich Räuchern führend in Europa. Es wären nicht nur zahlreiche Lebensmittelhersteller betroffen, sondern auch die Maschinenbauindustrie der Lebensmittelbranche unzählige kleine und große Räucherbetriebe und nicht zuletzt die Hersteller der Raucharomen.
EFSA bewertet gesundheitliche Wirkung von Raucharomen neu
Bei der Bewertung von Produkten in der EU spielt auch deren nachhaltige Produktion eine wichtige Rolle. Und die ist bei der Herstellung von CleanSmoke die zentrale Idee. So hat eine erneut durchgeführte Ökobilanz des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik detailliert nachgewiesen, dass im Vergleich zu herkömmlichen Räucherverfahren bei der Herstellung von Primärrauchprodukten nicht nur wesentlich weniger Energie, Wasser und Holz verbraucht werden, sondern auch deutlich weniger Umweltbelastungen entstehen und sicherere Arbeitsbedingungen in den Räucherbetrieben herrschen. Doch das scheint jetzt alles keine Rolle mehr zu spielen. Ausgerechnet in dem Moment, in dem sich die EU mit dem „Net Zero Industry Act“ auf die Förderung grüner Technologien geeinigt hat.
Deutschland kann sich ein Zulassungsverbot nicht erlauben
Die Bundesregierung hat gerade erst ihre Ernährungsstrategie verabschiedet. Darin geht es nicht nur darum, ökologisch erzeugte Lebensmittel für alle Menschen in Deutschland leichter zugänglich zu machen, sondern auch um das Ziel, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Beides ist mit dem Einsatz von Primärrauchprodukten und Raucharomen möglich. Außerdem muss Deutschland seinen Beitrag zu einem klimaneutralen Europa im Jahr 2050 leisten – mal ganz davon abgesehen, dass die zukünftige Holz- und Wasserverfügbarkeit auch stark vom Klimawandel abhängig ist.
CleanSmoke ist die Zukunft des Räucherns
Die Räucherindustrie will Klarheit. Nicht nur Lebensmittelhersteller und Handelsunternehmen sondern auch zahlreiche Räucherbetriebe sind im Sinne des Green Deals der EU vom traditionellen Räuchern mit Holz auf das innovativere Räucherverfahren mit wiedererzeugtem Rauch umgestiegen. Dazu haben sie meist große Investitionen in die Umrüstung ihrer Betriebe getätigt. Mit einem Verbot der Verwendung von Primärrauchprodukten stände allein in Deutschland für mehr als tausend Firmen die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel. Dabei spielt bei der Bewertung von Produkten in der Europäischen Union auch deren nachhaltige Produktion eine wichtige Rolle. Gerade erst hat sich die EU mit dem „Net Zero Industry Act“ auf die Förderung grüner Technologien geeinigt. Und dazu zählt das Räuchern mit Primärrauchprodukten, das sogenannte CleanSmoke-Verfahren, wie die EU selbst festgestellt hat. So hat sie CleanSmoke als die beste verfügbare Technik ausgezeichnet und dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gestellten Antrag für die Zulassung des Verfahrens für Bio-Produkte entsprochen.
Hintergrundwissen zum CleanSmoke-Räucherverfahren
CleanSmoke entsteht wie konventioneller Räucherrauch durch Pyrolyse von Biomasse. Der Rauch wird durch Trinkwasser geleitet, auskondensiert und von zahlreichen bedenklichen Bestandteilen wie Asche, Teer und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKs) gereinigt. Somit können sich diese Substanzen nicht mehr wie beim konventionellen Räuchern ungefiltert auf den Lebensmitteln absetzen.
Beim CleanSmoke-Verfahren erzeugen Raucherzeuger aus dem gereinigten Kondensat mittels Druckluft in den Räucherkammern den Rauch. Dieser hat nach wissenschaftlicher Analyse identische Eigenschaften wie klassischer Rauch (Friktions- oder Glimmrauch). Wie dieser erreicht er die Rauchware direkt im Luftstrom. Allerdings: CleanSmoke ist unbedenklich für Mensch und Umwelt. Damit unterstützt das Cleansmoke-Verfahren neun der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Bei Interesse, das Verfahren näher kennenzulernen, stehen mehrere Handwerksbetriebe für eine Werksbesichtigung zur Verfügung.
CleanSmoke Coalition fördert innovative Räucherverfahren
In einer gemeinsamen Initiative haben Hersteller von vorgereinigten Primärrauchprodukten, Lebensmittelproduzenten und Händler 2017 die CleanSmoke Coalition gegründet. Ziel des eingetragenen Vereins mit Sitz in Brüssel ist es, Verbraucher und interessierte Öffentlichkeit über das Räuchern von Lebensmitteln sowie die Möglichkeiten und Potenziale des CleanSmoke-Verfahrens zu informieren und aufzuklären. Außerdem koordiniert die CleanSmoke Coalition Studien zu modernen Räuchertechnologien und arbeitet als Informationszentrum rund um CleanSmoke.
Die Mitglieder sehen sich als Partner der Lebensmittelbranche in ganz Europa und haben innerhalb der EU den Weg für CleanSmoke bereitet. So hat die EU das CleanSmoke-Verfahren bereits als die beste verfügbare Technik ausgezeichnet und dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gestellten Antrag für die Zulassung des Verfahrens für Bio-Produkte entsprochen.
CleanSmoke-Siegel steht für Fairness und Transparenz
Nachhaltig, umweltfreundlich und unbedenklich geräucherte Lebensmittel erfüllen die aktuellen Erwartungen der Verbraucher. Orientierung gibt es künftig mit einem Siegel auf den mit CleanSmoke geräucherten Produkten. Mit diesem Hinweis können Verbraucherinnen und Verbraucher selbst ihre Wahl treffen.
Das CleanSmoke-Räucherverfahren
…ist für Bio-Lebensmittel zugelassen:
Die Direktion der EU-Agrarkommission hat den vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gestellten Antrag für die Zulassung des Verfahrens für Bio-Lebensmittel entsprochen. Bedingung war unter anderem die Vergleichbarkeit mit konventionellen Räucherprozessen. Die größten disruptiven Prozesse im Lebensmittelsektor sind immer von der Bio-Branche ausgegangen. So hat sie beispielsweise den Übergang hin zu mehr pflanzlichen Fleischersatzprodukten und mehr Tierwohl eingeleitet. Auch die Zulassung des umweltfreundlichen und schadstofffreien CleanSmoke-Verfahrens für Bio-Produkte sendet ein entsprechendes Signal.
…ist als „Beste verfügbare Technik“ für Räuchern ausgezeichnet:
Besonders umweltrelevante Industrieanlagen müssen in der Europäischen Union auf Basis der besten verfügbaren Techniken (BVT) genehmigt werden. Für das Räuchern ist das CleanSmoke-Verfahren die beste verfügbare Technik. Das hat die EU mit der Auszeichnung als BVT bestätigt. CleanSmoke ist dabei die einzige ausgezeichnete Primärtechnologie. Andere Maßnahmen wie die thermische Nachverbrennung, mit denen ebenfalls die Umweltbelastungen gesenkt werden können, wurden nur als Sekundärtechnologien eingestuft.
Im Sinne der BVT sollen bei angemessenem Kostenaufwand möglichst niedrige Verbrauchs- und Emissionswerte gewährleistet werden. Geregelt wird dies durch die Industrieemissionsrichtlinie zur Vermeidung und Verminderung von Umweltbelastungen aus dem Jahr 2010. Lebensmittelhersteller mit mehr als 70 Tonnen Tagesproduktion müssen die BVT anwenden.
…spart Energie und schützt das Klima:
Mit CleanSmoke lassen sich laut Ökobilanz des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik (DIL) im Vergleich zu Friktions- und Glimmräuchern rund 50 Prozent Energie und – ausgehend vom aktuellen deutschen Energiemix – etwa 30 Prozent der Klimagasemissionen einsparen. Allein in Deutschland beträgt das Einsparpotenzial etwa 600 Millionen Kilowattstunden (kWh) Energie. Rund 72.000 Tonnen CO2-Äquivalente blieben der Atmosphäre somit pro Jahr erspart. Das ist so viel, wie bei der Herstellung von etwa 14.000 Auto entsteht. Analysen im Rahmen des europäischen Aktionsplans Eco-innovation (EcoAP) haben ergeben, dass sich die CO2-Emissionen sogar um bis zu 80 Prozent im Vergleich zum klassischen Räuchern senken lassen.
…verbessert die Luftqualität:
Luftschadstoffe, vor allem die besonders schädlichen Feinstaubemissionen, haben große gesundheitliche Bedeutung und führen in Europa jedes Jahr zu etwa 300.000 vorzeitigen Todesfällen. Rauch-, Asche und Feinstaubpartikel entstehen unter anderem bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern. Auch konventionelle Räuchereien geben trotz gesetzlich vorgeschriebener Luftreinhaltungstechnologien immer noch zu viele Emissionen ab. Dagegen halten Räuchereien, die mit der CleanSmoke-Technologie arbeiten, problemlos alle Grenzwerte für Luftschadstoffe nach der TA Luft ein. Analysen im Rahmen des EcoAP ergaben, dass sich mit CleanSmoke beispielsweise Feinstaub um 87 Prozent und leichtflüchtige organische Substanzen (VOC) um 64 Prozent verringern lassen.
Die von der EU an die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angepassten Grenzwerte für Luftschadstoffe sehen unter anderem vor, dass die Belastung durch Feinstaub bis 2030 um mehr als die Hälfte von 25 auf 10 Mikrogramm pro Kubikmeter reduziert werden soll. Ab 2050 soll die Luft in Europa sogar schadstofffrei sein. Um das Ziel zu erreichen, ist allerdings noch viel zu tun: Die Luftqualität in Europa hat sich in den vergangenen zehn Jahren zwar verbessert, das Tempo muss aber erhöht werden. Dabei geht es auch um die Optimierung von Produktionsverfahren. Doch nicht nur in den Räuchereien lässt sich die Luftverschmutzung senken: Der konsequente Einsatz von CleanSmoke sorgt auch für weniger Verkehrsemissionen, da weder Holz angeliefert noch Asche abtransportiert werden muss. Eine Belieferung mit Rauchkondensaten muss dagegen vergleichsweise seltener stattfinden.
…schützt die Wälder:
Nach der Klimakonferenz 2021 in Glasgow verabschiedete die EU-Kommission einen Plan gegen Entwaldung. Die Änderungen sollen insbesondere dafür sorgen, dass auf dem europäischen Markt erworbene und konsumierte Produkte nicht zur Schädigung der Wälder beitragen. Mit CleanSmoke lassen sich im Vergleich zu herkömmlichen Räucherverfahren rund 50 Prozent Holz sparen. Die benötigten Primärrauchprodukte werden unter anderem aus Restholz der holzverarbeitenden Industrie hergestellt werden. Das sind gewöhnlich Sägespane aber auch Kronen- und Astholz aus Sägewerken und Möbelproduktion.
Nach Berechnungen des DIL könnte allein in Deutschland der Holzverbrauch durch den Einsatz von CleanSmoke um etwa 3.400 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. So werden für das konventionelle Räuchern pro Tonne geräuchertes Fleisch etwa 3,75 kg Holz benötigt. Dagegen ließe sich das Primärrauchprodukt für CleanSmoke bereits aus 1,9 kg Holz herstellen. Insgesamt ist der Verbrauch an Holz für das konventionelle Räuchern im Vergleich zu CleanSmoke also fast doppelt so hoch. Dem Einsatz von insgesamt etwa 3.400 Tonnen Restholz für die Produktion von Primärrauchprodukten stehen rund 6.800 Tonnen Holz für Glimm- und Friktionsräuchern gegenüber.
…senkt den Wasserverbrauch und schützt das Grundwasser:
Etwa drei Viertel unseres Trinkwassers stammt aus dem Grundwasser. Dieses Wasser ist zunehmend hohen Belastungen ausgesetzt, sei es durch Klimawandel, Landwirtschaft oder Industrie. Die CleanSmoke-Räuchertechnologie kann zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wasserressourcen und zur Bekämpfung von chemischer Verschmutzung und Wasserstress beitragen. Um etwa 90 Prozent ließe sich der Wasserverbrauch durch den Einsatz der innovativen Räuchertechnologie im Vergleich zum traditionellen Räuchern senken.
Nach Berechnungen des DIL verbrauchen CleanSmoke-Räuchereien für die Reinigung rund 37 Liter Wasser pro Tonne geräucherte Lebensmittel. Der indirekte Wasserverbrauch für Baumwachstum und Holzschlag beträgt noch einmal etwa sieben Liter. Beim konventionellen Räuchern werden für die Reinigung 301 Liter Wasser pro Tonne Fleisch und etwa 38 Liter für Wachstum und Ernte verbraucht.
Würden alle Räuchereien in Deutschland CleanSmoke einsetzen, läge der Verbrauch für die Reinigung der Räucheranlagen bei rund 66.000 Kubikmeter (m3) Wasser. Dagegen ist der indirekte Verbrauch für die Pflanzenbewässerung mit 6.800 m3 relativ gering. Beim konventionellen Räuchern sind sowohl der direkte Verbrauch für die Reinigung als auch der indirekte Verbrauch für die Bewässerung mit 545.000 bzw. knapp 357.000 m3 erheblich größer. Allein bei der Reinigung der Räucheranlagen ließen sich also 479.000 m3 Wasser einsparen. So viel Trinkwasser verbrauchen Städte wie Kiel oder Gelsenkirchen in einem Jahr. Hinzu kämen noch einmal 350.000 m3 Wasser innerhalb der Lieferkette.
Der Einsatz von CleanSmoke entlastet aber nicht nur die Wasserreserven, sondern auch das Abwasseraufkommen. Es werden weniger Reinigungsmittel und Chemikalien benötigt und das trägt spürbar zu einer besseren Wasserqualität bei. Jedes Jahr müssten allein in Deutschland 2.600 Tonnen Reinigungsmittel und 40 Tonnen Chemikalien weniger geklärt werden. Das reduziert die Kosten für die Reinigung und erspart den Kommunen immense Ausgaben für die Wasseraufbereitung. Studien in Dänemark haben gezeigt, dass ein Räucherbetrieb mit etwa 100 Tonnen Wochenproduktion ungefähr 15 Prozent weniger Reinigungsmittel verbraucht.
…sorgt für gesunde und sichere Arbeitsplätze:
Konventionelle Räucherbetriebe sind selbst heute noch gefährliche Orte. Die Mitarbeiter sind dem Rauch in diesen Anlagen bauartbedingt unmittelbar ausgesetzt. Zudem besteht ein erhebliches Brandrisiko durch Feuer- und Explosionsgefahr in den Rauchabteilungen. CleanSmoke wird dagegen vollständig ohne Feuer oder Glut im Raucherzeuger mit Druckluft aus Primärrauchprodukten erzeugt. Das nicht brennbare Rauchkondensat lässt sich ohne weitere Auflagen lagern.
Die Kontamination mit polyzyklischen Aromaten (PAK) ist um bis zu 71 Prozent reduziert. Mit diesen Substanzen können Mitarbeiter beim konventionellen Räuchern in Berührung kommen und für deren Gesundheit eine Beeinträchtigung darstellen. Ein weiteres Risiko beim konventionellen Räuchern ist die mögliche Belastung mit Holzstaub, der unter anderem im Verdacht steht Krebs auszulösen. Weitere Umweltbelastungen wie zum Beispiel durch chemische Reinigungsmittel stellen ebenfalls gesundheitliche Risiken für die Beschäftigten dar.
…schützt das Handwerk:
Die Europäische Union fordert bereits seit Jahren, dass im produzierenden Gewerbe nur noch umweltschonende Verarbeitungstechnologien zum Einsatz kommen. Deshalb befürwortet sie auch den Einsatz von Primärrauchprodukten. Diese werden laut EU-Verordnung 2065/2003 aufgrund der Fraktionierung und Reinigung von unerwünschten Substanzen als weniger gesundheitsbedenklich angesehen als der konventionelle Räucherprozess. Für Unternehmen in der Nähe von Wohnbebauung sind geringe Emissionen überlebenswichtig. Sie sind sonst von Stilllegung bedroht oder müssten ihren Betrieb mit großem technischem Aufwand nachrüsten.
…ist aus Deutschland nicht mehr wegzudenken:
In Deutschland räuchern derzeit mehr als 1.000 Betriebe mit dem CleanSmoke-Räucherverfahren. Das sind etwa 20% der gesamten in Deutschland geräucherten Ware. Und es werden immer mehr: Nach Schätzungen von Uwe Vogel, Chariman der CleanSmoke Coalition, könnte der Anteil bis Ende 2026 bei mehr als 30% liegen. Von einem Verbot wären jedoch nicht nur die Räucherbetriebe selbst betroffen, sondern auch Zulieferer, Raucharomenhersteller und –händler sowie Maschinen- und Verpackungshersteller. Die Auswirkungen auf die gesamte Branche könnten somit katastrophal sein und für viele Handwerksbetriebe das Aus bedeuten. Ein Grund, weshalb auch viele Branchenverbände, wie zum Beispiel der Deutsche Fleischer Verband DFV, ein Verbot von Raucharomen kritisch sehen.
…ist ganz im Sinne der Ernährungsstrategie der Bundesregierung:
„Gutes Essen für Deutschland“ heißt die neue Ernährungsstrategie, die Januar 2024 vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Darin wird unter anderem gefordert, dass Lebensmittel ressourcen- und klimaschonend sowie nachhaltig produziert werden sollen. Schließlich zeigt der Ernährungsreport 2023, dass der Gesundheitsaspekt der Ernährung für 91 Prozent der Menschen wichtig ist. Mit der neuen Ernährungsstrategie soll es Verbraucherinnen und Verbrauchern so einfach wie möglich gemacht werden, diesen Wunsch nach gutem Essen zu erfüllen.
Doch wie kann diese Transformation der Lebensmittelbranche erreicht werden? Ernährung war schon immer ein Bereich, der sich stetig durch kreative Ideen weiterentwickelt hat. Die Bundesregierung möchte daher klima- und umweltfreundliche Innovationen im Ernährungssystem fördern, insbesondere im Bereich der Proteinversorgung von Mensch und Tier. Innovative Produktionstechniken, zu denen auch das CleanSmoke Räucherverfahren gezählt werden muss. Denn CelanSmoke schont nicht nur Ressourcen, wie Wasser und Holz, sondern sorgt auch für einen signifikant reduzierten Ausstoß von Treibhausgasemissionen – etwas, das ebenfalls in der Ernährungsstrategie gefordert wird.
…ist in Schweden unangefochtener Favorit:
Schweden ist seit vielen Jahren für sein ambitioniertes Umweltbewusstsein bekannt. Die Skandinavier gelten als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Dennoch gab es auch in Schweden zuerst Vorbehalte gegenüber CleanSmoke. Doch der Wille der Verbraucher und die Forderung der Politik, die Umwelt zu schützen, war stärker. Der Durchbruch kam mit den beiden größten schwedischen Fleischproduzenten, die sich für das innovative Verfahren entschieden. Heute werden in Schweden etwa 90 Prozent der Räucherwaren mit CleanSmoke geräuchert.
Peder Fischer, Gebietsleiter für Schweden und Dänemark eines großen Raucherzeugerherstellers, gilt als Pionier des Räucherns mit gereinigtem Rauch. Er stammt aus einer dänischen Fleischerfamilie und weiß, was für gute Räucherware nötig ist. Gemeinsam mit dem Lebensmitteltechniker und Räucherexperten Uwe Vogel optimierte er das CleanSmoke-Räucherverfahren. So erhielten sie mehr Kontrolle über Rauch, Temperatur und Luftbewegung in den Räucherkammern. Heute besteht kein Unterschied mehr zum konventionellen Räuchern. Im Gegenteil: CleanSmoke ist wesentlich zuverlässiger, sicherer und vor allen Dingen umweltschonender.
Weitere Informationen auf: http://www.cleansmoke-information.eu